Donnerstag, 6. august 2009 4 06 /08 /2009 20:25

Ihr Lieben, ich kann bereits wieder über den nächsten schönen Familienbesuch berichten! Axel und Martina waren für einige Tage hier in Dublin und haben sich ein paar Eindrücke von der Ost- und der Westküste verschafft. Mittwoch morgen sind die beiden bei bewölktem Himmel eingetroffen und haben zunächst alleine eine Stadttour gemacht – schließlich musste ich noch arbeiten. Abends haben wir uns dann getroffen und sind indisch Essen gegangen. Zum Abschluss gab es ein erstes Guinness in der „Church“. Am nächsten Tag sind die beiden mit dem Hop-On-Hop-Off Bus durch die Innenstadt gefahren und haben Dublin erkundet. Schnell ist den beiden aufgefallen, dass Dublin nicht nur voll von jungen Menschen ist, sondern auch überall getrommelt, gesungen oder gefiedelt wird und der Lautpegel daher auch immer sehr hoch ist. Aus diesem Grund haben wir uns überlegt, zum Abendessen nach Howth rauszufahren (ca. 10 km nördlich von Dublin). Hier haben wir in einem kleinen urigen Fischerrestaurant ganz lecker gegessen und sind anschließend auf den kleinen Berg dort hochgelaufen. Hier hatten wir dann eine tolle Aussicht auf das Meer bei Sonnenuntergang:

Am nächsten Tag war ich wieder arbeiten und Axel und Martina sind nach Newgrange gefahren. Abends haben wir uns wieder getroffen und haben eine Pubtour durch Temple Bar gemacht. Wie zu erwarten war, war Temple Bar mal wieder super voll und viele Musiker, Darsteller und Junggesellenabschiede waren unterwegs. Da wir am nächsten Tag früh aufstehen und zu den Cliffs of Moher fahren wollten, sind wir dann auch schon um 2 Uhr morgens Richtung Hotel/Heimat aufgebrochen. Bis dahin hatten wir aber jede Menge Spaß und natürlich auch jede Menge Guinness:

   

Der nächste morgen startete früh um 7 Uhr mit einem Frühstück bei mir. Ab halb 8 waren wir dann auf der Bahn und sind zur Westküste von Irland gefahren. Der Weg (eigentlich nur 260 km weit) zog sich am Ende doch noch ganz schön in die Länge. Das lag weniger daran, dass die Autobahn nach der Hälfte der Strecke in eine alte irische Landstraße endete, sondern Schuld war eine Fahrradtruppe, die sich überlegt hatte, in Begleitung der irischen Polizei ein kleines Radrennen bis zu den Cliffs of Moher (AUCH UNSER ZIEL!!! VERDAMMT!!!) zu veranstalten :-(. Völlig genervt hingen wir ca. 30 Minuten auf der R64  hinter diesen Idioten. Als dann endlich eine Kreuzung kam, sind wir sofort (zwar in die falsche, aber dennoch eine) andere Richtung abgebogen und haben auf Werner (kurzer Exkurs: als ich mein neues Navigationssystem bekommen habe, habe ich mich für die Stimme Werner entschieden – ich war mir sicher, dass die Alternative Uschi niemals den richtigen Weg in Irland finden würde!!!) vertraut, der uns artig wieder auf die R64 geleitet hat – und zwar vor die Radlertruppe. Wir hatten uns bereits einen kleinen Vorsprung erfahren, als wir in einem kleinen Dorf an einem noch kleineren Markt vorbei gekommen sind. Martina wollte hier gerne etwas typisch Irisches kaufen und unter ersten Warnungen von Axel „Martina, wenn gleich die Fahrradfahrer kommen....“ sind wir schnellen Schrittes Richtung Markt gelaufen. Axel und ich hatten nach grandiosen 5 Minuten diesen zehn-Stände-Markt bereits abgeklappert, während hingegen Martina sich zwischen 3 Bäckerständen nicht entscheiden konnte. Als ich Axel ansah, sah ich blanke Panik in seinen Augen und ich sah in seine Richtung, um seine Beunruhigung zu verstehen. In dem Moment schoss einer der Radfahrer an mir vorbei.... Dieser ist Martina natürlich auch aufgefallen und sie ist nur noch zu dem Bäckerstand gerannt, der am nächsten am Ausgang gelegen war. Dort bestellte sie in Windeseile eine Quiche und drei Stücke Kuchen. Bei der kurzen Frage „What is this?“ wollte die Verkäuferin gerade für eine lange Antwort Luft holen und zu einer Erklärung ansetzen, als Tina nur noch brüllte „I take it, I TAKE IT!!!!“ – Immerhin kam uns schon der zweite Radler entgegen... In Windeseile sind wir dann ins Auto gerannt, haben ausgeparkt und sind gerade noch vor den restlichen Radfahrern auf die R64 gefahren (GOTT SEI DANK!!!).

Ab da sind wir einigermaßen schnell bis zu den Cliffs of Moher durch gekommen. Beim Aussteigen nieselte es leicht und leider war es total nebelig. Für mich natürlich als mittlerweile erfahrene Einwohnerin Irlands Grund genug, um über Axel und Martinas ¾ Hosen zu lachen. Leider konnten wir die schönen Klippen im Nebel zuerst gar nicht sehen. Aber zum Glück verzieht sich in Irland schlechtes Wetter genauso schnell, wie es normalerweise kommt und wir hatten einen beeindruckenden Blick auf die Cliffs of Moher. Über einen sehr schmalen Weg sind wir dann an den Klippen entlang gelaufen und waren beeindruckt von dem Klippenstein, der eine Struktur wie ein Blätterteig hat:

 

 
Ein großes Highlight war die Sichtung eines Wals, der vor den Klippen herum schwamm. Und weil Axel „zu seinem Wal“ wollte, sind wir den Klippen immer weiter entlang Richtung Wal gelaufen, der sich friedlich in einer Bucht auf derselben Stelle aufhielt. Voller Begeisterung hatten wir endlich einen Platz gefunden, von dem man einen guten Blick auf den Wal hatte und wir versuchten mehrere Minuten, einen Schnappschuss von der Walflosse oder einem spritzenden Wasserausstoß zu machen. Ein bärtiger Mann erklärte uns dann nach einiger Zeit, dass wir die ganze Zeit auf einen unter dem Wasser liegenden Stein starren, der bei dem Wellengang einfach nur aussieht, wie ein Wal, der an der Oberfläche schwimmt. (Update 10.08.2009: Axel hatte wohl den Wal auch schon vorher angezweifelt - "ganz im Gegensatz zu seiner phantasievollen Lebensgefährtin und" meiner Wenigkeit... Hmpf.) Tina hat allerdings ein Foto, auf dem man fast eine Walflosse erkennen kann, weswegen der bärtige Mann NATÜRLICH NICHT Recht hat!!! Na ja, letztendlich waren wir froh, dass der Klugscheißer uns nicht auch noch wegen regelwidrigem Verhalten angemacht hat – Axel und Martina haben auf jeden Fall genau die Schilder studiert:

 
Auf unserem Rückweg fing es leider wieder an zu regnen, so dass der Trampelpfad direkt an den Klippen reichlich glitschig wurde und wir ganz vorsichtig und langsam zurück gegangen sind. Leider hat auch meine Jeans geschätzte 4 Kilo Matsch mitgenommen und Axel und Martina sahen mich (meiner Meinung auch mehr als nur ein bisschen) schadenfroh mit ihren beigen, sauberen ¾ Hosen an…

Von Weitem sahen wir bereits wieder die ‚plöhden‘ Fahrradfahrer, welcher zu unser aller Freude richtig schön nass waren :-). Leider hatten wir diese auch wieder vor uns, als wir uns auf den Weg nach Galway gemacht haben. Nun ja – wir hatten ja zum Glück den Kuchen von dem kleinen Markt und waren sowieso ziemlich hungrig. Nach Galway zog sich der Weg über kleine Landstraßen zwar, aber es hat sich wirklich gelohnt, dass wir noch dorthin gefahren sind. Galway entpuppte sich in eine total schöne, urige, alte, irische Stadt, in der die kleinen Häuser in verschiedenen Farben aneinander gereiht sind. Tina und ich nutzen natürlich gleich den Anlass und haben es uns zu Axels Übel nicht nehmen lassen, die eine oder andere Kleinigkeit einzukaufen:

 

Leider mussten Martina und Axel bereits am nächsten Morgen ganz früh wieder abreisen. Es war total schön, die beiden endlich mal wieder zu sehen und mit ihnen durch die Dubliner Pubs zu ziehen. Der Ausflug an die Westküste und die Sichtung des Wales (also ich hab WIRKLICH einen gesehen!!!) waren natürlich noch mehr als willkommene Highlights!!! Axel hat wirklich eine sehr treffendendes Fazit über Dublin und die irische Umgebung außerhalb der Städte gezogen, dem ich nur zustimmen kann: Ein Land der Gegensätze :-)

von Anke Schräder
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen
Zurück zur Hauptseite

Über diesen Blog

Neueste Kommentare

Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden - Articles les plus commentés