Sooo – es gab mal wieder einen erfreulichen Besuch – Hermann war für drei Tage da! Ich habe ihn am Dienstag Abend um 22 Uhr am Flughafen abgeholt und wir sind direkt in die Innenstadt gefahren und haben uns in Temple Bar ein paar Bierchen gegönnt. Dabei haben wir uns köstlich über die irischen Frauen amüsiert, die auf ihren Stöckelschuhen über die Pflastersteine in Temple Bar hoppelten. Den Freitag hatte ich frei genommen und wir haben eine Tour durch Dublin mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus gemacht. Wir haben natürlich im Guinness Store House angehalten – blöderweise war das unser erster Stopp, so dass wir bereits um 11.30 Uhr Bier trinken mussten…Aber wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, gab es auch Bier in Massen:
Das Guinness hatte um diese Zeit aus irgendwelchen Gründen eine extrem hohe Wirkung, so dass wir uns überlegt haben, im Phoenix Park auszusteigen und dort ein kleines Schläfchen zu machen. Gut erholt ging es später weiter – Richtung Howth. Wir sind auf den Berg hinauf gegangen und haben dort nach dem lauten und vollen Stadtleben für eine kurze Zeit die Ruhe genossen. Den ganzen Tag über hatten wir super Wetter, worüber ich mich auch den ganzen Tag zu Hermanns Bedauern gefreut hab :-).
Abends ging es natürlich noch einmal in die Stadt… Hier haben wir von irischer Folkloremusik bis hin zu irischen Stöckeldamen in Lack noch einmal alles mitgenommen. Da wir am nächsten Tag nach Belfast fahren wollten, haben wir uns gegen 2.30 am entschieden mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Bereits von weitem sahen wir einen Feuerwehrwagen und die Straße war teilweise abgesperrt. Da dacht ich nur „Hoffentlich hat es nicht bei mir gebrannt…“. Na ja, als wir durch die Eisentür hereingegangen sind, ahnte ich schon, dass es nicht nur gebrannt hat. In diesem Moment kam auch schon einer der 15 Polizisten auf mich zu und fragte mich, was wir denn hier wollen würden?! Ein kurzer Loriot Flashback „Ich wohne hier!!!“ brachte den Polizisten immerhin zu der Überlegung, wie ich wohl zu meinem Apartment kommen könnte – immerhin war alles abgesperrt im Innenhof… Als er sich überlegt hat, wie wir zu Block 3 kommen können, dreht ich mich um, und fragte ihn, was eigentlich passiert sei. Trocken antwortete er uns: „Somebody got stabbed“. Meine Antwort: „Hm – Ach so… (30 Sekunden später) … WAAAAS? Jemand wurde erstochen – hier???“ Na toll – bisher hatte ich gedacht, die schweren Eingangstore, welche nur per Chipkarte öffnen und unsere Guards, die 24h Security garantieren, würden unseren Wohnblock einigermaßen sicher machen. Aber wenn jemand eine Party veranstaltet und so einen ‚Stecher‘ einlädt, nutzen die Tore leider auch nichts… Meine Frage, ob der Täter bereits gefasst wurde, wurde bejaht. Der Polizist hat uns dann also den Weg über ein Blumenbeet unter zwei Absperrbändern zu meinem Apartment gezeigt – Ich bin voraus gegangen. Als ich unter dem zweiten Absperrband einen Schritt vom Beet hinunter gemacht habe, stand ich prompt in einer Blutlache. In dem Moment rief ein Kollege, der ebenfalls in meinem Block wohnt aus dem Fenster und erzählte uns kurz, was passiert sei – und das der Täter NOCH NICHT gefasst sei!!! Grandios! Der Polizist kam erneut und wies uns dazu an, in meine Wohnung zu gehen. Ich war nur froh, dass Hermann an dem Wochenende da war. Natürlich haben wir auf diesen Schock erst einmal einen getrunken…
Am nächsten Tag ging es dann leicht verspätet um 12.30 Richtung Belfast. Hier haben wir wieder den Hop-On-Hop-Off Bus genommen und uns die Gründungsstätte der Titanic angesehen, das Rathaus das Schloss, die Uni, die Mauer und die Shankill Road. Auf unserem Rückweg haben wir noch in Blackrock und Dundalk auf ein Pint angehalten.
Am nächsten Morgen musste Hermann leider schon um 7 Uhr wieder nach Deutschland fliegen. Abgesehen von der Messerstecherei war das Wochenende super lustig und ich bin mir sicher, dass Hermann noch mal wieder kommen wird :-)
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