endet man im Zehnbettzimmer…
Im August haben meine Kollegin Brenda und ich uns ganz spontan meinen Kollegen Fabio und Fernando angeschlossen und sind mit ihnen zusammen zum
Kulturfestival nach Edinburgh gefahren. Der Flug war mit 40 Euro hin- und zurück total günstig und das Festival hörte sich auch gut an. Unsere zwei männlichen Kollegen sagten, dass sie für uns
ein Doppelzimmer für im gleichen Hotel buchen würden. Nachdem wir drei Tage nichts gehört hatten und die Reise näher rückte, haben wir die Jungs dann noch einmal auf das Zimmer angesprochen und
in zwei leere Gesichter geschaut. Sie hatten die Buchung natürlich vergessen… Zu unserer Freude war deren Reservierung bereits wieder verfallen, weil sie die Anzahlung nicht gemacht hatten
J Nun standen wir nur leider drei Tage vor Abreise ohne Unterkunft da. Wegen dem Festival war auch leider wirklich alles ausgebucht – außer vier Betten in einem Zehnbettzimmer. Tja,
der Flug war ja bereits bezahlt und dann haben wir uns gedacht, so alt sind wir ja auch noch nicht – Wir fliegen!
Wir sind also rüber geflogen und haben uns auf zum Hostel gemacht. Während Fabio direkt mit dem Hostelbesitzer am „networken“ war, sind Brenda und ich in unser Zehnbettzimmer gegangen. Als wir die Tür geöffnet haben, sagte Brenda nur: „Bor, hier stinkt es wie sau, Anke. Wenn man schon im Zehnbettzimmer schläft, sollte man auch duschen gehen!“ Die drei Leute in den Betten waren nur leider Deutsche – weswegen wir auch sofort ein Schließfach für unsere Wertgegenstände angemietet haben. Den ersten Eindruck kann man leider doch nicht ändern… Wir haben uns schnell umgezogen und sind dann zu den Jungs gegangen, die immernoch dabei waren, mit dem Besitzer zu „bonden“. Wir zwei Mädels haben uns nur nach 15 gewarteten Minuten angeschaut und gedacht, "Jungs, hört in eurer Freizeit auf mit diesem Oracle-bonding- und networking-scheiß“!!!
Nach gefühlten drei Stunden später sind wir dann aber in die Stadt gegangen. Edinburgh ist wunderschön, überall gab es Künstler verschiedener Art und wir wussten gar nicht so genau, was wir uns zuerst anschauen sollten. Beim ersten Stop sind wir in eine schottische Tanzgruppe geraten, bei der wir natürlich auch direkt mitmachen mussten. Also haben wir mit behaarten Schotten zu Dudelsackmusik für ca. eine Stunde getanzt (und leider nicht herausgefunden, ob sie nun etwas unter ihrem Rock tragen, oder nicht…).
Später haben uns zwei Akrobaten gefesselt, die super lustig waren und
eigentlich mehr Mist erzählt, als akrobatische Leistungen erbracht haben.
Am späten Nachmittag haben wir uns im Theater "Hamlet" angeschaut, was wirklich sehr gut war. Abends haben wir dann zunächst ein Schnäpschen im Hostel getrunken und sind wir dank Fabios guter Beziehung zum Besitzer in den angesagtesten Club Edinburghs gekommen. Dort haben wir super viel Spaß gehabt und verrückte Leute aus der ganzen Welt kennengelernt.
Am nächsten Tag hatten wir leider alle einen üblen Kater und natürlich total verpennt. Gott sei Dank (*grrr)
hatte Fabio eine so gute Freundschaft mit dem Besitzer, dass er uns nicht, wie den anderen Gästen, noch einmal einen ganzen Tag berechnet hat. Mit dem flauschigen Kätzchen im Köpfchen sind wir
dann los in die Stadt und haben zwei Untergrundtouren gebucht. Die erste war eine allgemeine historische Tour, die zweite eine Geistertour (das mach ich NICHT noch einmal!!!). Die Geistertour
beinhaltete eine Sammlung von Geistererlebnissen einiger Besucher. Als wir beispielsweise in der alten Untergrundschusterei waren und die Führerin uns über den Schuhgeist erzähle, hatte Fabio
keine bessere Idee, als unsere Füße mit seinem Regenschirm anzustupsen. Natürlich brach sofort Panik aus – wenn zwei Frauen anfange zu schreien, brüllt der Rest gleich mit… Ich hoffe, Fabio hat
noch heute die blauen Flecken!
Edinburgh kann ich auf jeden Fall nur empfehlen, die Stadt ist traumhaft schön und hat viel Kultur zu bieten!
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